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  • Thema: Kleinseitner Ring / Malostranské námestí
    Lage: Prag
    Auftraggeber / Auslober: Stadt Prag
    Größe: 2,5 ha
    Leistungen: Städtebaulich-architektonischer Wettbewerb, Gestaltungs- und Verkehrskonzept – Spezialpreis der Jury

    Seit der Gründung der Prager Kleinseite ist der Kleinseitner Ring das historische und strukturelle Zentrum des Stadtteils. Seine Gestalt entstand schon mit der Entwicklung der mittelalterlichen Bebauung ab 1257. In den folgenden Jahrhunderten respektierten die neu errichteten Bürgerhäuser und Paläste durchgehend die rechteckige Grundform des Platzes. Eine Schlüsselrolle in der Historie des Platzes spielt die Kirche Sankt-Nikolaus-Kirche, die nicht nur eine dominante Rolle als bauliches Element einnimmt, sondern in der weiteren historischen Entwicklung insbesondere mit der Errichtung des Konventsgebäudes dafür sorgte, dass der zuvor zusammenhängende Platz in zwei Teile getrennt wurde.

    Zeichnung: Rekonstruktion des Stadtplans von 1257 durch V. Hlavsa und J. Vancura

     

    Die gegenwärtige stadträumliche Qualität des Kleinseitner Rings wird seiner historischen und funktionalen Bedeutung im städtebaulichen Kontext nicht gerecht. Ziel unseres Entwurfes ist es, den Platz, der zur Zeit eher aus mehreren Teilplätzen besteht, wieder zu einem zusammenhängenden Stadtraum zu entwickeln. Der Platz erhält durch eine eindeutig identifizierbare Gestaltung und durch neue Formen öffentlicher Nutzung seine Bedeutung im Gefüge der Prager Innenstadt zurück.

    Die Oberfläche des Platzes besteht aus einer einheitlichen Textur aus hellen und dunklen Pflastersteinen. Die Textur unterscheidet sich von allen anderen Pflasterungen, die in der Stadt vorhanden sind. Man könnte sie als einen steinernen Teppich oder als einen steinernen Garten interpretieren. Um den Kleinseitner Ring zu einem Platz für Aufenthalt, Entspannung, Kommunikation, Markt und kulturelle Veranstaltungen zu machen, ist er konsequent als “Shared Space” organisiert. Die Idee eines “Shared Space” ist es, den einseitig von motorisiertem Verkehr geprägten Raum in einen lebenswerten, sicheren und angenehmen öffentlichen Raum zu verwandeln.  Alle Nutzer sind gleichberechtigt; Verkehrsschilder und Ampeln sind nicht notwendig. Die Atmosphäre ist geprägt von gegenseitiger Rücksichtnahme.