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  • Thema: Vision für Greater Helsinki im Jahr 2050
    Lage: Region Helsinki
    Auftraggeber / Auslober: Stadt Helsinki mit 13 Gemeinden der Region, Finnisches Ministerium
    für Umwelt
    Umfang: 70 Mio. qm Neubaufläche bis 2050
    Leistungen:
    Internationaler Ideenwettbewerb, 2. Preis

    Greater Helsinki ist einer der dynamischsten Ballungsräume in Europa. In den nächsten 50 Jahren wird die Bevölkerung voraussichtlich von gegenwärtig 1,3 Millionen auf 2,0 Millionen anwachsen. Mit vorgesehenen 70 Millionen Quadratmetern Neubaufläche kann die Struktur der Region Helsinki so entwickelt werden, dass ihre Position als eines der führenden kulturellen und technologischen Zentren im Ostseeraum gestärkt wird. Von größter Bedeutung für die Region und ihre Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Regionen wird eine ökologisch, sozial und kulturell nachhaltige Entwicklung sein.

    Da die Ökonomie des 21. Jahrhunderts keine bestimmte räumliche Organisation zwingend voraussetzt, sind wir in der Lage, unsere zukünfige Form der Besiedlung nach frei gewählten Kriterien zu gestalten. Ökologie, Kommunikationsnetze und Schönheit können Raum bildend wirken.

    Gegenwärtig scheint Urbanisierung zwangsläufig zu Suburbanisierung zu führen. Aber anstatt die Formlosigkeit der Urbanisation als Ausdruck einer vermeintlichen kulturellen Unordnung hinzunehmen oder ihr sogar mittels ungeordneter räumlicher Strukturen einen Ausdruck zu geben, schlagen wir mit unserem Wettbewerbsbeitrag “Boundary Strips” vor, nach neuen Ordnungen und identifizierbaren Beziehungen zwischen Stadt, Landschaft und Natur zu suchen.

    “Boundary Strips” stellt ein auf den Raum Greater Helsinki bezogenes Urbanisierungsmodell vor, dass die gleichzeitig zentralisierend wie dezentralisierend wirkenden Kräfte gegenwärtiger Raumbildung berücksichtigt. Das Modell ermöglicht einem wesentlich höheren Anteil der Bevölkerung urban, und doch in intensivem Kontakt zur Natur zu leben. Die zukünftige Region Greater Helsinki ist eine dynamische Metropole, integriert in den riesigen Garten an der finnischen Südküste.

    Die vorgeschlagenen urbanen “Atoll”-artigen Strukturen umschliessen große Landschaftsräume. Die “Boundary Strips” haben einen Durchmesser von bis zu 15 Kilometer. die Breite variiert zwischen minimal 250 und maximal 1000 Meter. Jeder “Boundary Strip” besteht aus einer Abfolge miteinander verbundener Stadtteile und unterscheidet klar zwischen bebauten Flächen und offenen Landschaftsräumen. Aufgrund ihrer Geometrie bieten die “Boundary Strips” vielen zukünftigen Bewohnern die direkte Nähe zur Natur.

    Das Projekt “Boundary Strips” testet die Idee einer Metamorphose von Landschaftsfeldern in urbane Strukturen. Die städtebauliche Textur erzeugt vielfältige Siedlungsstrukturen – immer in kollektiver Erfahrung der einer städtischen Dichte einerseits und einer Nähe zur Landschaft andererseits. Dazu werden Territorien identifiziert, die anhand ihrer vorgefunden Topographie im geographischischen Sinne konkret beschrieben und räumlich entwickelt werden. Jede vorgefundene Landschaft an einem bestimmten Ort generiert als identifizierter Topos Potentiale eigener urbaner Texturen.

    Jede urbane Textur kreiert ein städtisches Quartier mit gemischten Nutzungen. Die Flächen mit Einzelhandel, Arbeitsplätzen und sozialen Dienstleitungen konzentrieren sich in einer Kette von Quartierszentren. Hier befinden sich auch die Verbindungen mit dem regionalen öffentlichen Nahverkehrssystem. Von jeder Wohnung ist ein Bahnhof in fußläufiger Entfernung erreichbar. Das Nahverkehrssystem der “Boundary Strips” ist verknüpft mit dem bestehenden übergeordneten Transportsystem der Region.

    Jeder ”Boundary Strip” kann in mehreren zeitlich aufeinander folgenden Abschnitten realisiert werden. Die Realisierung kann kontinuierlich und gleichzeitig an verschiedenen Orten in der Region Greater Helsinki stattfinden.

    Abbildung oben: Greater Helsinki 2025, 2035, 2050

    Historische Referenz: Lineare Stadt / Bandstadt

    Wohnsiedlungen, Arbeitsstätten und Zentren der Bandstadt werden parallel zu Verkehrswegen angelegt. Bandstädte sind also sehr lang – potentiell unendlich – und haben eine relativ geringe Breite. Wohnsiedlungen, Arbeitsstätten und Zentren werden so einander zugeordnet, dass keine langen Pendlerwege entstehen und viel freie Landschaft und Erholungsflächen freigehalten werden. Die Abbildungen unten vergleichen das historische Modell mit der Konzeption der “Boundary Strips”.