• Koivusaari
  • Lübeck
  • Teheran
  • Berlin-Oberschöneweide
  • Almere
  • Helsinki
  • HH-Wilhelmsburg
  • Wiesbaden
  • Halle
  • Surrey
  • Prag
  • Berlin michelangelostraße
  • Thema: Wohnen an der Michelangelostraße
    Lage: Berlin-Pankow, Prenzlauer Berg
    Auftraggeber / Auslober: Land Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
    Größe: 31 ha

    Kooperation: Breimann & Bruun Landschaftsarchitekten, Gruppe F Landschaftsarchitekten, LK Argus Verkehrstechnik
    Leistungen: Städtebaulicher Ideenwettbewerb, 1. Preis, Ausarbeitung Städtebaulicher Entwurf

    Der städtebauliche Wettbewerb “Wohnen an der Michelangelostraße” zielte auf die Überprüfung möglicher Wohnungsbaupotenziale beiderseits der Michelangelostraße ab. Es sollte ein städtebaulich-funktionales Gesamtkonzept entwickelt werden, das sowohl die Nachverdichtung des bestehenden Wohnquartiers auf der Straßennordseite als auch ein neues Stück Stadt auf der Straßensüdseite ermöglicht. Die städtebauliche Struktur des Wettbewerbsgebietes geht auf ihre Phasen ihrer Entstehungszeit nach 1945 zurück. Im nördlichen Teilbereich handelt es sich um meist fünfgeschossige Zeilenbauten der 1960er Jahre sowie um in den 1970er Jahren errichtete Punktbauten mit bis zu 12 Geschossen. Hier geht es um eine behutsame Nachverdichtung unter Berücksichtigung der Lärmimmission von der Michelangelostraße sowie um die Weiterentwicklung der vorhandenen Qualitäten im Freiraum. Südlich der Michelangelostraße prägen die weitläufigen Stellplatzanlagen vor den angrenzenden 11-geschossigen Wohnbauten das heutige Erscheinungsbild. Hier kann bei Inanspruchnahme dieser Flächen ein neues Stadtquartier entstehen. (Bild oben: Collage, Fotos S. Ericco, U. Schwarz)

    Foto oben: Steffen Wörsdörfer, Luftfoto unten: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

    Ziel unseres städtebaulichen Konzeptes ist es, aus drei Quartieren unterschiedlicher Prägung, den zwei bestehenden und dem südlich der Straße neu zu entwickelnden Quartier, eine zusammenhänge städtebauliche Struktur zu entwickeln, die mit einer spezifischen baulichen und landschaftlichen Ausformung ein attraktiver Bestandteil des Bezirkes wird. Unsere Konzept zielt auf die Stärkung und Aufwertung des Vorhandenen und die Ergänzung neuer Stadtbausteine und neuer Freiraumtypologien. Die bauliche Nachverdichtung soll Wohnraum für neu hinzukommende Bewohner bereitstellen, soll aber auch einen Gewinn für die derzeitigen Bewohner darstellen. Die Bebauung der Ränder des bestehenden nördlich gelegenen Quartiers soll sich nicht nur hinsichtlich des Schallschutzes positiv auswirken. Ein neues, differenzierteres Wohnungsangebot steht auch den derzeitigen Bewohnern zur Verfügung und macht auch das Umziehen innerhalb des Quartiers möglich. Trotz ich ändernder Bedürfnisse in den verschiedenen Lebensphasen wird es eher möglich sein, vor Ort zu bleiben. Das zusätzliche Wohnungsangebot wird ein umfangreicheres Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, sozialen und kulturellen Angeboten nach sich ziehen.

    Durchlässige erkennbare Wegebeziehungen in Form kleiner Alleen stellen als neue Promenaden die Vernetzung der nördlich und südlich der Michelangelostraße gelegenen Quartiere her. Stadträumlich identifizierbare Quartiersplätze fungieren als Treffpunkte und als Orte der Nahversorgung für den täglichen Bedarf. Ein orthogonales Verbindungsnetz aus Straßen und Fußwegen gibt dem öffentlichen Raum mit pragmatischen Mitteln ein einfaches und doch spezifisches unverwechselbares Bild.

    Innerhalb des großzügigen zusammenhängenden Grünraumes nördlich der Michelangelostraße sollen neue Angebote für die Nutzung der vorhandenen Potenziale bereitgestellt werden. Der Freiraum soll “in Besitz genommen” werden. Die Bewohner der Erdgeschosse sollen den Außenraum möglichst direkt aus ihrer Wohnung erreichen können. Gemeinschaftlich genutzte Gärten prägen das Quartier. Ein Angebot für gemeinsames Gärtnern (“Urban Gardening”) gibt dem Quartier eine zusätzliche Qualität, die die Nutzung des Freiraums auch für Anwohner der Nachbarquartiere interessant werden lässt.

    Die großen bewaldeten Räume zwischen den großmaßstäblichen Gebäudescheiben sollen nicht durch kleinteilige Gestaltung und neu hinzugefügte Kleingebäude zerteilt werden. Die kleinen “Wälder” stellen ein besonderes Potenzial dar, auch für die Bewohner der umliegenden Quartiere.

    Im mittleren Bereich ist ein neues Quartier geplant, das als zentrales Bindeglied zwischen den nördlich und südlich gelegenen Quartieren dient. Eine Abfolge gefasster Stadträume bietet Treffpunkte für die Bewohner der Quartiere.

    In Fortsetzung des Straßenzuges Osloer Straße – Wisbyer Straße – Ostseestraße wird die Michelangelostraße als räumlich gefasste städtische Straße weitergeführt. Parallel zur Straße entwickelt sich eine Abfolge öffentlicher Platz-, Hof- und Gartenräume.

    Modellfoto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

    Die gewünschte Nachverdichtung findet nördlich der Michelangelostraße vor allem am Rand des Quartiers statt. Die Bebauung mit Geschosswohnungen verschiedener Wohnungsgrößen dient auch als Schallschutzmaßnahme für das bestehende Quartier. In den Erdgeschossen, insbesondere entlang der Greifswalder Straße, soll die Nutzung als Läden und Praxen möglich sein. Südlich der Michelangelostraße ist ein funktional gemischtes Quartier geplant, das zusätzliche städtische Funktionen bereitstellt und die Realisierung zusätzlicher Gebäudetypologien ermöglicht, die für verschiedene potentielle Bauinteressenten geeignet sein sollen.

    Im östlichen Bereich sind eine neue Grundschule und eine neue Sporthalle geplant. In Verbindung mit dem bestehenden Sportplatz und weiterer Ergänzungsbauten für Vereine und Jugendliche entsteht ein vielfältiges Sportangebot. Das Schulgebäude ist mit seinem Schulhof in die Abfolge neuer städtischer Freiräume entlang der Michelangelostraße integriert.

    Schwarzplan, Lageplan, Gesamtkonzept und Ausschnitt

    Innerhalb des großzügigen zusammenhängenden Grünraumes nördlich der Michelangelostraße werden neue Möglichkeiten für die Nutzung der Freiräume angeboten. Die Bewohner der Erdgeschosse sollen den Außenraum möglichst direkt aus ihrer Wohnung erreichen können. Ein Bereich für gemeinsames Gärtnern (“Urban Gardening”) schafft einen zusätzlichen Anreiz, die Freiräume “in Besitz” zu nehmen.