• Darß
  • Der Beginn der Landschaft
  • Große Neugierde
  • Raummodelle
  • Hochplateau
  • Wo fängt die Landschaft an?

    Die Spaziergängerschule – eine Begehung des Parks Wilhelmshöhe in Kassel am 23. Mai 1985, durchgeführt am Studienbereich Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung der Universität GH Kassel. Mit den Künstlern Paul-Armand Gette, Paris und Bernhard Lassus, Paris. Konzeption: Annemarie Burckhardt, Lucius Burckhardt, Helmut Aebischer u.a.

    “Eine schwierige Frage ist es, die der französische Künstler Paul-Armand Gette sich stellte: Wo fängt die Landschaft an? Unmittelbar vor unseren Füßen kann von Landschaft noch nicht die Rede sein; vielmehr sehen wir Pflastersteine, Gänseblümchen und einen verirrten Mistkäfer. Weiter weg, da sind sich alle Betrachter einig, haben wir es mit Landschaft zu tun. Wiesen, Baumgruppen und Hügelketten sind ihr untrügliches Zeichen. Aber wo ist der genaue Übergang? Mit dieser Frage befaßte sich auch ein Seminar an der GH Kassel, das sich als Experimentierfeld und Studienobjekt den Park Wilhelmshöhe vorgenommen hat. Dieser Landschaftspark, an welchem vom Ende des 17. bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts gearbeitet wurde, eignet sich für eine solche Analyse besonders gut, weil er durch die lange Bauzeit eine Vielschichtigkeit erreicht hat, die ihn komplex, ambivalent und damit bedeutungsvoll werden ließ. Der von der Architekturgeschichte entlehnte Begriff der Stilreinheit eignet sich, wie das Seminar bewies, nicht für das Verständnis solcher Gärten, vielmehr sind sie gerade vom Gegenteil, von der Mehrdeutigkeit her anzugehen. Bernhard Lassus formte anlässlich dieses Seminars einen positiven Gegenbegriff zu dem der Stilreinheit: das “Heterodyte”… Das Parkseminar bestand aus drei Aktionen: Aus der Besetzung des Beginns der Landschaft durch Paul-Armand Gette, aus der Rede von “Sokrates” Lassus über das Heterodyte und aus der gemeinsamen Wanderung zu zehn im Park aufgestellten Bilderrahmen…” (Lucius Burckhardt)